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Aktueller Monat: Mai 2012


100 Jahre Bürgerverein Beckhausen/Sutum:

Zusammenhalt macht optimistisch

Der Bürgerverein für Beckhausen und Sutum feiert am Samstag (29. Mai) mit einem Festabend in den Werkstätten für angepasste Arbeit an der Braukämperstraße 100 sein 100-jähriges Bestehen. Um 19 Uhr wird Vorsitzender Uwe Lubinski die Gäste begrüßen.

Nach Grußworten von Bezirksbürgermeister Joachim Gill wird „Stadtteilhistoriker“ Wilhelm Schücker mit launigen Worten einen Blick in die Vereinschronik werfen. Außerdem steht die Ehrung verdienter Mitglieder auf dem Programm.

Nach dem offiziellen Teil beginnt der unterhaltsame Teil des Abends, durch den Anette Schwenzfeier führt. Ebenso wie Kerstin Korbach und „Playa Rouge“ wird sie auch singen. Comedy vom Feinsten liefert Philipp Dammer. Für musikalische Unterhaltung sorgt die „Danceband Soundmaschine“.

Wilhelm Schücker – er ist bald im Vorruhestand und will dann ein Beckhausener Geschichtsbuch schreiben – hat für die Festschrift eine Chronik zusammengestellt.

1910 wuchs die Bauernschaft Beckhausen wegen der Abtäufung der Zeche Hugo in kurzer Zeit enorm an. Gleichzeitig stand das Dorf Buer kurz vor der Erteilung der Stadtrechte und man sprach bereits von Beckhausen als Vorort der Stadt Buer. Das Ansinnen rief Wilhelm Wortmann und einige Mitstreiter auf den Plan – sie gründeten den Bürgerverein Beckhausen, dessen erster 1. Vorsitzender Wortmann wurde.

Vehement vertrat man die Interessen der Beckhausener und Sutumern. Verlangte die Einrichtung von Vorflutern, die Regulierung des Lanferbaches, Straßenbeleuchtung, den Ausbau von Schulen und vieles mehr.

Viel gibt die Chronik aus Zeiten des 1. und 2. Weltkrieges nicht her. Erst Anfang 1951 wurde ein Neuanfang gemacht. In der Gaststätte Lackmann wählten die Mitglieder Walter van Sutum zum Vorsitzenden. Auch sie hatten zahlreiche Forderungen von denen sie viele auch durchsetzen konnten.

Der legendäre Schreinermeister Friedrich (Fritz) Mordau wurde 1965 einstimmig zum Vorsitzenden des Bürgervereins gewählt. 235 Mitglieder zählte da der Verein. Der Kommunalverband Ruhrgebiet verlieh ihm den Titel „Bürger des Ruhrgebietes“ und für seine Verdienste erhielt er 1979 das Bundesverdienstkreuz.
1986 verzichtete Mordau aus Altersgründen auf sein Amt und machte den Weg für Werner Neubach frei. Kassierer war damals Gerd Schwenzfeier. Trotz eines Monatsbeitrages von 50 Pfennigen hatte er einen Überschuss von 1.512 Mark in der Kasse.

Friedrich Mordau, der Ehrenvorsitzender des Vereins war, starb am 14. März 1990. Der Bürgerverein bestand da 80 Jahre.

Ebenso solche Spuren wie Friedrich Mordau hinterließ auch Gerd Schwenzfeier, der 1991 Werner Neubach ablöste. Schon damals schrieb man sich die Sanierung der Horster Straße auf die Fahne. Sie sei die „nervtötende Holperstrecke des Stadtteils“. Und auch der Ausbau der Kreuzung Flurstraße/Horster Straße/Kampstraße forderte man bereits.

Vor vier Jahren übergab Gerd Schwenzfeier dann wegen Arbeitsüberlastung das Amt des 1. Vorsitzenden an Uwe Lubinski. Der neue „1. Mann“ war 25 Jahre lang Vorsitzender von Beckhausen 05 und hat das Amt auch im Hinblick auf das anstehende 100-jährige Jubiläum gerne übernommen. „Mir ist wichtig, dass die Bürger einen Ansprechpartner für ihre Sorgen haben“.

105 Mitglieder hat der Verein heute. Lubinski freut sich über den Zusammenhalt untereinander. Dazu tragen natürlich auch die Mitglieder- und die Jahreshauptversammlung bei und vor allem die „Fahrt ins Blaue“, die in diesem Jahr am 8. September startet.

Um den Weiterbestand macht sich Lubinski keine Sorgen. „Wir haben viel zu tun und ich habe viele Mitstreiter“, erklärt er.

Chronist Wilhelm Schücker freut sich darüber, dass die Vereinsmitglieder auch dann aktiv bleiben, wenn sie schon andernorts leben. „Im Herzen bleiben sie alle Beckhausener“.