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Aktueller Monat: Mai 2012


Horster Verkehrschaos

Verwaltung bekommt Hausaufgaben

Zu einem weiteren Ortstermin hatte Bezirksvorsteher Joachim Gill die Mitglieder der Bezirksvertretung Gelsenkirchen-West, Vertreter der Kaufmannschaft und der Handwerker sowie Signalexperten des Referates Verkehr nach Horst eingeladen. Einmal mehr ging es um die seit zwei Jahren vehement kritisierten Verkehrsstillstände auf der Hauptschlagader des Stadtteils, der Turf-/Schmalhorststraße. Im Vorfeld hatte man sich bereits über die Arbeit der Fachleute im Verkehrsrechenzentrum der Stadt informieren lassen.

Nach dem Umbau des Straßenzuges mit Landesmitteln aus dem Topf „Beschleunigter öffentlicher Personennahverkehr“ stehen die dortigen Ampeln nach Meinung der Horster, ihrer Gäste und „Durchreisender“ viel zu oft auf „Rot“. Ständige zeitraubende Stauungen sind die Folge. Die Ursache dafür steht von vornherein fest: zwei Straßenbahnlinien und sieben Busverbindungen von drei Nahverkehrsgesellschaften treffen am Horster Stern zusammen. Da der ÖPNV ständig bevorrechtigt fährt, steht der Individualverkehr kurz vor dem Kollaps.
Die Signalexperten der Stadt haben das Steuerungsprogramm vielfach optimiert. Nach Meinung der Leidtragenden aber kommt es zu keiner Verbesserung.

Hans-Georg Kouker, Chef des Horster Meistervereins, forderte ein Ende der Diskussionen und stattdessen entschlossenes Handeln. „Der Missstand muss endlich beseitigt werden“, forderte er vehement und griff dabei die Politik an, die sich seiner Meinung nach nicht entschlossen genug für eine Verbesserung einsetze.
Kouker übergab eine Liste mit Vorschlägen, die nach Meinung der durch die Stauungen auch finanziell betroffenen Mitgliedsbetriebe für eine nachhaltige Verbesserung sorgen soll.

Ebenso wie Bezirksvorsteher Joachim Gill plädierte er, die Vorrangschaltung für den ÖPNV auf den Prüfstand zu stellen. Es sei auch fraglich, ob die Kreuzungen mit den kleinen Nebenstraßen allesamt mit Signalanlagen ausgerüstet sein müssen. Kouker forderte einen jetzigen Parkstreifen so umzubauen, dass er für Rechtsabbieger von der Turfstraße in die Essener Straße genutzt werden kann – so wie es auch vor dem Umbau der Fall war.

Bezirksvorsteher Joachim Gill kündigte an, die Problematik erneut auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung setzen zu lassen. Sie tagt am Dienstag, 20. Februar in Schloss Horst.
Dann wird die Verwaltung die ausführliche Beantwortung vieler Fragen als Hausaufgabe mit auf den Weg bekommen. Darunter auch die, ob tatsächlich Fördermittel zurück gezahlt werden müssen, wenn die Beschleunigung des ÖPNV von der Fischerstraße bis zum Kärntner Ring herausgenommen wird.