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Kurt Masur und Rüdiger Oppers treten Kuratorium bei
In der Auseinandersetzung um die fristlose Entlassung des Essener Philharmonie-Intendanten Michael Kaufmann positionieren sich weitere prominente Persönlichkeiten. Kurt Masur, Musikdirektor des Orchestre National de France und Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra sowie Rüdiger Oppers, Chefredakteur der NRZ, sind als neue Mitglieder dem Gremium beigetreten. Beide unterstützen die Bemühungen, Michael Kaufmann als Intendanten beizubehalten und eine neue Betriebsstruktur für das Haus zu finden.
Kurt Masur hatte sich bereits zuvor öffentlich zu den Vorgängen in Essen geäußert. Er legt Wert darauf klarzustellen, dass seine Äußerungen nicht gegen das Essener Publikum gerichtet sind: „Um Missverständnissen zu begegnen wiederhole ich, was ich wirklich gesagt habe: ‚Ich bin entsetzt über die plötzliche Entlassung von Michael Kaufmann. Michael Kaufmann ist der fähigste und wertvollste Intendant, den es in Deutschland gibt. Ich werde die Essener Philharmonie nicht mehr betreten, bis der Fall zugunsten von Michael Kaufmann entschieden ist. Ohne Michael Kaufmanns leidenschaftliche Identifizierung sind die ersten Jahre der Essener Philharmonie mit diesem großen internationalen Ruf überhaupt nicht denkbar.’ Meine Stellungnahme ist wohl überlegt. Sie richtet sich weder gegen das von mir hochgeschätzte Publikum in Essen noch gegen irgendeine Institution oder Persönlichkeit der Stadt, die durch die großzügig betriebene Erneuerung der Philharmonie bewiesen hat, wieviel Wert man in Essen auf das internationale Niveau des Kunstlebens setzt. Alle Verantwortlichen für das Kulturleben der Stadt Essen möchte ich dazu bewegen, genau zu überdenken, wie sehr die inzwischen getroffenen Maßnahmen bereits dem Ansehen der Stadt geschadet haben. Wir alle haben bis zu meinem Konzert am 7. Dezember mit dem Concertgebouworchester noch Zeit dazu. Auch ich bin maßlos traurig, wenn Musik in Essen nicht zur Harmonie sondern zu Auseinandersetzungen geführt hat.”
Ähnlich besorgt über den in Essen entstandenen Imageschaden äußerte sich Rüdiger Oppers: „Ich bekomme eine Vielzahl von Hinweisen, dass die Bevölkerung in Essen und das Publikum der Philharmonie mit der Entscheidung, Herrn Kaufmann zu entlassen, sehr unglücklich sind. Viele äußern ihre Besorgnis darüber, dass ohne Herrn Kaufmann als Garant für eine hohe künstlerische Qualität der Philharmonie das Niveau des Hauses auf das des früheren Saalbaus absinken würde. Wir überlegen, ob wir der Bevölkerung im Ruhrgebiet nicht eine Möglichkeit geben sollten, sich zu den Vorgängen noch direkter zu äußern als dies in Leserbriefen möglich ist. Mein Anliegen ist, dass Herr Kaufmann als Intendant und damit die gute Qualität der Arbeit in der Philharmonie erhalten bleiben. Deshalb hoffe ich, dass die derzeit laufenden Gespräche ein positives Ergebnis bringen.”
Dr. Matthias Mitscherlich, Vorstandsvorsitzender der MAN Ferrostaal und Gründer des Kuratoriums, ergänzt: „Die Gefahr, dass sich ein Großteil der Sponsoren von der Philharmonie abwendet, wenn nicht eine einvernehmliche Lösung unter Einbeziehung von Herrn Kaufmann gefunden werden kann, ist sehr groß. Wesentliche Geldgeber haben mir gegenüber klar zum Ausdruck gebracht, dass sie ihr finanzielles Engagement vom Verbleib von Herrn Kaufmann abhängig machen. Ich würde es begrüßen, wenn die Verantwortlichen das Engagement der Wirtschaft stärker in ihre Entscheidungen einfließen lassen als bisher.”
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