Gelsenkirchenerinnen Landesmeisterinnen
Das war schon ein kurioses Stück, was an dem Sonntag im Zentralbad aufgeführt wurde. Da schwimmen, die gerade in die offene Klasse aufgestiegenen Damen aus Gelsenkirchen an die Landesspitze. Keine geringere Mannschaft als die Deutschen Meisterinnen aus Rheda-Wiedenbrück schlugen sie mit hervorragenden Leistungen. Auch die Mädchen der Altersklasse 12 schafften mit der Silbermedaille einen wertvollen Podiumsplatz.
Landesmeisterinnen - Damen Viki Dlugosch - Annika Lühr - Verena Marquis - Marina Nass
Bei den Einzelmeisterschaften gewannen Sportlerin des Jahres Verena Marquis bei den Damen und Talent Miriam Bec in der Altersklasse 12 Bronze.
Das es ein großer Tag für die Gelsenkirchener Damen werden könnte, zeichnete sich bereits bei den Einzelmeisterschaften am Vortag ab. Hier überzeugte Verena Marquis mit zwei neuen Bestzeiten über 200 m Freistil, wobei achtmal ein 70 cm tiefes Hindernis zu untertauchen ist in 2:25,12 Minuten und dem 50 m Retten (25 m Anschwimmen, abtauchen, heraufholen und 25 m schleppen einer ca. 60 kg schweren Puppe) in 37,70 Sekunden. Dass das Metall nicht noch edler wurde, daran war eine Fußverletzung Schuld. „Da geht gar nix. Sobald ich mit dem rechten Fuß die Kraft auf die Flosse übertragen will schmerzt und krampft noch alles.” In der Mannschaft übernahmen Marina Nass ( Einzel 8.) und Annika Lühr (Einzel 13.) die Flossenparts. Gemeinsam mit Viki Dlugosch erzielten sie einige hochkarätige Zeiten (z.B. Dlugosch 50 m Flossenschwimmen und heraufholen einer ca. 60 kg schweren Puppe in 25,88 Sekunden oder Marquis 50 m Freistil mit Hindernissen in 29,16 Sekunden).
Neidlos und fair gratulierte Rheda. Allen voran Susi Kornek, die auch Mitglied der DLRG Gelsenkirchen ist und für Rheda-Wiedenbrück startet. Sie wurde übrigens in den Einzelwettbewerben Landesmeisterin.
Silber - AK 12 Natalie Wahlers, Jessie Hubrich, Miriam Bec, Janine Romahn, Frederike Müller
Die Mädchen der Altersklasse 12 bestätigten nicht nur ihre guten Ergebnis bei den Bezirksmeisterschaften, sondern verbesserten sich um Sekunden in den Disziplinen Rettungsgurtstaffel und Hindernissstaffel.
Miriam Bec, die tags zuvor bereits Bronze in den Einzelwettbewerben gewonnen hatte, sicherte sich mit Janine Romahn (Einzel 12.), Frederike Müller (Einzel 15.), Natalie Wahlers und Jessie Hubrich den 2. Platz.
„Für die Deutschen qualifiziert und Silber gewonnen”, sieht sich Thomas Romahn, Trainer der Schülerinnen, die gesteckten Ziele als erreicht. Ebenfalls erfolgreich war „seine” Mädchenmannschft der AK 13/14. An 8 gesetzt aufgrund der Bezirksmeisterschaftsergebnisse verbesserte sich das Team auf den 4. Platz und erwirbt sich nun die Chance ebenfalls zu den Deutschen Meisterschaften zugelassen zu werden.
Ein erfolgreiches metallglänzendes Wochenende für die Gelsenkirchener, zumal einige Gelsenkirchener für andere Gliederungen erfolgreich gestartet sind. So gewannen Markus Wintersteiner, Jan-Frederic Matthiesen und David Kryscio mit Schwerte Gold in der AK 15/16, Julian Roling Bronze in der Einzelwertung als auch Bronze mit der Mannschaft. Der große Zuspruch, den der Rettungssport erhält, basiert nicht nur auf dem Gedanken, dass mit den Schwimmtechniken und Fertigkeiten, die die Schwimmer erwerben, Menschen vor dem Ertrinken gerettet werden können, sondern, weil das Rettungsschwimmen vielseitig und technisch anspruchsvoll ist. „Irgendwann treten wir aus dem Schattendasein des „normalen” Schwimmens, dem wir natürlich sehr verbunden sind”, beschreibt Ludger Roling die Hoffnung auf eine verbesserte Förderung.
Start von Verena Marquis zu den 100 m Gurtretter mit Flossen
Im Gegensatz zu den „normalen” Schwimmtechniken, sind bei den Rettungsschwimmern die Disziplinen so gestaltet, dass Rettungssituationen simuliert werden. So besteht eine Disziplin, den 100 m kombinierten Rettungsschwimmen daraus, dass 50 m Freistil geschwommen werden, danach 17 m getaucht und eine ca. 60 kg schwere Puppe vom Grund geholt wird, um diese dann die restlichen 33 m zu schleppen. Die Mannschaften schwimmen z.B. Hindernissschwimmen (dort ist pro Bahn ein 70 cm tiefes Hindernis zu untertauchen), Rettungsstaffeln, dort wird auch Flossen geschwommen (allerdings nicht mit handelsüblichen, sondern teilweise mit Hightech-Glasfiber-Flossen). Hinzukommen die angewandten Kenntnisse der Herz-Lungen-Wiederbelebung, die ab dem 13. Jahrgang nachgewiesen werden müssen. Ohne diese Punktzahl ist es fast unmöglich bei einer Meisterschaft auf dem Treppchen zu gelangen, bzw. diese zu gewinnen.
Weitere Ergebnisse:
Einzel:
AK 12 Florian Dregger (9.), Niklas Becker (23.), AK 17/18 Andreas Götsch (7.), Damen offen Anke (7.) und Sonja (9.) Fabri
Mannschaften:
AK 13/14 weiblich (4.), Herren (8.), Damen zweite Mannschaft (8.)