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Aktueller Monat: Mai 2012


Nach Abschalten der Glaswanne:

EBB fordert Konzept für Ruhrglasgelände

Mit dem Abschalten der Glasschmelzwanne bei der Ruhr Kristall Glas AG ging in Essen-Karnap am Montag die fast 85 Jahre alte Tradition der Glasherstellung und -verarbeitung zu Ende.

Für das ESSENER BÜRGER BÜNDNIS ist völlig unverständlich, dass dies bislang von der Essener Kommunalpolitik vollkommen kommentarlos akzeptiert worden ist.
„Durch eine fehlerhafte Firmenpolitik der letzten Jahre wurden die 1923 von Hugo Stinnes gegründeten Glaswerke Ruhr in den Konkurs gefahren und weder Oberbürgermeister noch die Stadtverwaltung sagen ein Wort dazu“, so Udo Bayer, Karnaper Ratsherr und Sprecher des EBB im Rat der Stadt. „Für den Essener Norden ist der Verlust von weiteren 167 Arbeitsplätzen schon allein eine Katastrophe. Hinzu kommt noch, dass der Standort eine überregionale Bedeutung hatte, da auch aus anderen Städten wie Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck Mitarbeiter hier beschäftigt waren.“
Nach Ansicht des ESSENER BÜRGER BÜNDNIS hat die Essener Wirtschaftsförderung (EWG) bei Ruhr Kristall versagt. Man hätte von dieser Seite eingreifen müssen und sich nicht nur auf die Entwicklung des Gewerbegebietes Carnaperhof fokussieren dürfen.
Udo Bayer: „Dass Ruhrglas in Karnap jemals dichtmacht, war eigentlich undenkbar. Generationen von Essenern insbesondere aus der nördlichen Stadthälfte hatten dort Arbeit gefunden. Diese Tradition wird jetzt einfach liquidiert.“
Das ESSENER BÜRGER BÜNDNIS fordert, dass nach der Werksschließung umgehend Konzepte für eine alternative Nutzung des Geländes entwickelt werden, damit der Verlust der Arbeitsplätze so gut wie möglich aufgefangen werden kann.