Magische Momente und Völker-Vielfalt
Mit neuen Akzenten an traditionellen Spielorten und einer Premiere präsentiert sich Gelsenkirchen bei der diesjährigen Nacht der Industriekultur: Am 19. Juni wartet der Nordsternpark als eine von fünf Drehscheiben der ExtraSchicht mit internationalem Wasser- und Straßentheater der Extraklasse auf, im kultur.gebiet CONSOL stehen Spielkunst und Zukunftsvisionen auf dem Programm und der Schalker Verein zelebriert seinen ersten nächtlichen Auftritt mit multikulturellen Darbietungen. An allen drei Orten sind Projekte der Kulturhauptstadt RUHR.2010 zu erleben und die EMSCHERKUNST.2010 bringt Nachtschwärmer auf Touren.
Mystisches Theater im Nordsternpark
Als Drehscheibe der ExtraSchicht 2010 startet der Nordsternpark ein wahres Feuerwerk an effektvollen Inszenierungen: Die Besucher erleben ein magisches Spiel der vier Elemente, bei denen bekannte Theatergruppen aus dem In- und Ausland zu Lande, zu Wasser und in der Luft agieren. So macht das Theater Titanick den Rhein-Herne-Kanal zur Bühne und lässt seine Darsteller auf Flößen agieren, die auf dem Wasser treiben – geradewegs in die Welt der Wassergötter voller Nymphen und Urgewalt. Feurige Akzente setzt derweil die französische Truppe „Carabosse“, die mit ihren Skulpturen aus Hunderten von Flammen magische Bilder in die Nacht zeichnet und eine ganz eigene poetische Kraft im Park entfaltet. Zum Finale um Mitternacht schließlich erzählt „Mécanique Vivante“ aus Frankreich eine mystische Geschichte, bei der sich ein illuminierter Viermaster langsam aus dem Nebel schiebt und eine Sinfonie der Sirenen das Publikum an den Kanal lockt.
Zusätzliche Höhepunkte an einem der sieben Hochpunkte der Kulturhauptstadt setzen die Hochseilartisten „Die Trabers“, die sich am Nordsternturm zu einer waghalsigen Entdeckung des Standorts in vier Drahtseilakten „Von untertage zum Olymp“ begeben. Unten am Boden begegnen die Besucher Stelzenläufern, sie bestaunen die Modellbahnanlage „Deutschland-Express“ und eine Ausstellung zur Zechenkultur, entspannen in der Lichthalle der THS und starten zu Führungen durch den Bergbaustollen. Darüber hinaus kann sich das Publikum auch selbst aufs Wasser begeben, denn ein Schiffshuttle verbindet den Nordsternpark mit dem Schloss Oberhausen. So wird die nächtliche Reise zwischen den Spielorten selbst zum Erlebnis.
ExtraSchichtler auf Touren zur EMSCHERKUNST.2010
Kunstbegeisterte kommen im Nordsternpark besonders auf ihre Kosten, denn auf dem Dach des Blauen Pumpwerks Horst hat das Besucherzentrum der RUHR.2010-Ausstellung EMSCHERKUNST.2010 sein Domizil. Von hier aus können ExtraSchichtler zu geführten Touren zu den umliegenden Kunstwerken aufbrechen und Teile der größten Kunstausstellung im öffentlichen Raum während des Kulturhauptstadtjahres entdecken. EMSCHERKUNST.2010 macht die gesamte Emscherinsel von (Ort einsetzen) bis (Ort einsetzen)(sonst wird der Irrtum erweckt, alle Werke sind im Nordsternpark zu finden) zum Kunst-Raum. Zu sehen sind insgesamt 20 Werke von 40 Künstlerinnen und Künstlern, die den Wandel im Emscherraum für die Besucher erlebbar machen. Wer mehr davon sehen möchte, kann zur ExtraSchicht an geführten Fahrradtouren zu ausgewählten Werken der EMSCHERKUNST.2010 teilnehmen, die am Nordsternpark beginnen oder enden. Wichtig: Rechtzeitige Anmeldungen sind zum Mitradeln unbedingt erforderlich.
Rollendes Eisen und „pottfiction“ auf Consol
Im kultur.gebiet CONSOL erleben die Nachtschwärmer mit „pottfiction“ ein weiteres Projekt der Kulturhauptstadt RUHR.2010, bei dem Jugendliche ihre künstlerischen Visionen zur Gestaltung der Metropole Ruhr vermitteln. Sie präsentieren zum Thema „Himmel und Erde“ Konzerte, Videoinstallationen, Theater und außergewöhnliche Aktionen wie „Guerillameditationen“. Neben der Bühnenkunst steht in Gelsenkirchen-Bismarck vor allem die Spielkultur im Mittelpunkt: Der Boule-Club Buer lädt auf Consol zum großen (Boule)-Turnier. Nach einer Einführung in das Spiel mit den Kugeln, beginnt das Turnier mit moderierten Wettkämpfen im Schatten des Doppelstrebengerüsts. Regelmäßige Führungen und der Schaubetrieb der großen Dampf-Fördermaschine von 1963 erinnern an die industriehistorische Vergangenheit des Spielorts. Zudem präsentieren alle Einrichtungen des kreativen Standorts ihr Profil und bringen den Besuchern die Vielfalt des kultur.gebiets CONSOL nahe.
Multikulturelle Premiere am Standort Schalker Verein
Seine Premiere als Extra-Schicht-Spielort feiert der Zukunftsstandort Schalker Verein, wo sich der einzigartige Koks-/Erzbunker mit Gelsenkirchens größtem Solarkraftwerk und das historische Schalthaus in Szene setzen. Multi-ethnische Gruppen bieten Musik, Tanz, Theater, Kunstaktionen und Kulinarisches aus den vielen Völkern der Metropole Ruhr. Gleichzeitig wird der Erzbunker zum Kunst-Objekt: Hoch oben an den Wänden des Industrierelikts zeigt der Bund Gelsenkirchener Künstler im Rahmen des RUHR.2010-Projekts „Starke Orte“ seine aktuell eröffnete Ausstellung. Im Schalthaus zeigt eine Ausstellung die Geschichte des Geländes und seine Rolle in der Stadterneuerung. Und nach Einbruch der Dunkelheit bestaunen die Besucher die Theater- und Musikperformance „Die Tiefe des Raums“, die lichttechnisch am ehemaligen Erzbunker inszeniert wird.