FAMILIENPOST
ONLINE

Aktueller Monat: Mai 2012


Bergmannsheil Buer:

Neues Wirbelsäulenimplantat bringt Schmerzfreiheit

Dr. Uwe Wildförster, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie im Bergmannsheil Buer, implantiert seit sechs Monaten erfolgreich ein neues Wirbelsäulenimplantat, das Patienten mit einem verengten Wirbelkanal zu neuer Mobilität verhilft. Das Verfahren wird in Deutschland nur in ausgesuchten Kliniken angeboten: In Gelsenkirchen im Bergmannsheil Buer, ebenso in Kliniken in München, Köln, Bergisch-Gladbach und Jena.

Dr. Uwe Wildförster” im Einsatz„Der Patient ist meist älter als 60 Jahre, eine Distanz von 100 Metern zu überwinden ist ihm kaum möglich, weil ihn stechende Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Kraftlosigkeit in den Beinen zum Stehen bleiben zwingen. Für ihn ist das Schieben des Einkaufswagens im Supermarkt eine Wohltat. Denn durch das Vorbeugen des Rumpfes und die Entlastung der Lendenwirbelsäule ist er für eine kleine Weile schmerzfrei.” So charakterisiert Dr. Uwe Wildförster, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie im Bergmannsheil Buer, seine Patienten, die unter einem verengten Wirbelkanal in der Lendenwirbelsäule leiden. In den vergangenen Monaten setzte er erfolgreich ein neues Implantat, das sogenannte „IN-Space” ein. Neu: Das Carbon-Implantat wird in einer „Schlüsselloch-Operation” unter Röntgenkontrolle eingebracht. Es bedarf allein eines kleinen, 1,5 Zentimeter langen Einschnittes durch die Haut. Der Patient steht bereits am Tag der Operation auf und verlässt zwei Tage später das Krankenhaus – in 90 Prozent der Fälle schmerzfrei. Das etablierte Verfahren wird in Deutschland nur in ausgesuchten Kliniken angeboten: In Gelsenkirchen im Bergmannsheil Buer, ebenso in Kliniken in München, Köln, Bergisch-Gladbach und Jena.

Taubheitsgefühle und ein Kraftverlust in den Beinen oder Dauerschmerzen im Rücken sind weitere Symptome des verengten Wirbelkanals (Spinalkanalstenose). Diese Beschwerden entwickeln sich zunehmend über Monate bis Jahre als Ausdruck von Verschleißerkrankungen der Lendenwirbelsäule. Über viele Jahre erdulden die Patienten diese Schmerzen, halten sie für „Alterszipperlein” und behelfen sich mit dem Gehstock. Die eingeschränkte Mobilität reduziert die Lebensqualität, führt gar zur Aufgabe der Selbständigkeit. „Durchblutungsstörungen oder Nervenentzündungen sind zwei der vielen Fehldiagnosen, mit denen die Patienten nach langen Jahren der Tortur zu mir kommen”, berichtet der Neurochirurg. Die eigentliche Ursache ist durch eine radiologische Untersuchung festzustellen: Die Bandscheiben altern, sie flachen ab. Die Wirbelgelenke werden stärker belastet, der Knorpel reibt ab. Zum Schutz produziert der Knochen neues Gewebe und wächst in den Wirbelkanal hinein und verengt ihn. Die Nervenwurzeln im Wirbelkanal werden gereizt.

Bei der Operation unter Vollnarkose setzt der Neurochirurg das Implantat zwischen die hinteren Teile der betroffenen Wirbelkörper und entlastet die Nervenwurzeln. „Es ist keine Operation am Rückenmarkkanal”, betont Wildförster. Die minimalinvasive Operation und der kleine Zugang sind für den Patienten besonders schonend. Es entstehen keine großen Wunden; Muskulatur und Gewebe bleiben weitestgehend unangetastet. Das innovative Implantat „IN-Space” sieht der Neurochirurg als eine Möglichkeit in einem mehrstufigen Konzept zur Therapie von Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule. „Besonders für ältere Menschen bieten sich neue Möglichkeiten, schmerzfrei und mobil zu leben”, so Dr. Wildförster.