Einweihung im Herbst 2007
Noch haben die 150 Handwerker der unterschiedlichsten Gewerke das 20 000 Quadratmeter große Areal oberhalb des Berger Sees fest im Griff.
Im Garten des Bergmannsheil Buer werden im Herbst 2007 zwei neue Kliniken ihre Patienten versorgen: die Kinderklinik Gelsenkirchen sowie die stationäre orthopädische Reha-Klinik – beides Kliniken der Bergmannsheil und Kinderklinik Buer (BKB) gGmbH. Erreichen wird man beide Einrichtungen über die Adenauerallee.
Kinderklinik Gelsenkirchen
Große Fassadenplatten in einem warmen Rot-Ton schmücken das untere Geschoss (Gartengeschoss) der Kinderklinik Gelsenkirchen. Der quadratische Atrium-Bau mit seinen langen Fensterbändern garantiert Helligkeit und Transparenz im gesamten Haus. In den oberen Geschossen werden die Fenster- und Putzfronten von Glasplatten in Gelb- und Orange-Tönen unterbrochen. „Jedes Patientenzimmer bekommt eine eigene Nasszelle. Unsere 30-jährige Tradition, die Mutter oder Vater Tag und Nacht bei ihrem kranken Kind bleiben lässt, setzen wir mit speziellen Eltern-Kind-Zimmern fort – 36 Begleitpersonen können komfortabel untergebracht werden. Auch die Bedürfnisse unserer jugendlichen Patienten werden bei der Zimmergestaltung berücksichtigt”, erklärt BKB-Geschäftsführer Werner Neugebauer das Konzept. Jede Etage der Kinderklinik ist mit dem Akutkrankenhaus und seinen operativen Disziplinen baulich verknüpft. „Die operierten Kinder sind danach bald wieder auf ihrer Station in der Kinderklinik”, so Werner Neugebauer.
Im zweiten Obergeschoss der Clou: Ein überdachtes Freiluftgelände zum Spielen. Auf einer Gesamtfläche von 400 Quadratmetern laden Spiel- und Klettergeräte und ein großer Sandspielplatz zur Bewegung an der frischen Luft ein. „Eine besondere Brüstung macht den Klettermaxen unter unseren Patienten auch in diesen luftigen Höhen ein risikofreies Spielen möglich”, so der technische Leiter, Franz-Josef Feldhaus. Geschützt vor Regen und intensiver Sonnenbestrahlung sind die Kinder im Freien aktiv. Weitere Spielmöglichkeiten gibt es aber auch in der Gartenanlage.
Orthopädische Reha-Klinik
Vis à Vis zur Kinderklinik liegt die orthopädische Reha-Klinik mit 120 Einzelzimmern - auch hier setzen rötliche Glaselemente zwischen den Fenstern Farbakzente in der Fassade. Auf einer Gesamtfläche von
10 000 Quadratmetern bereiten sich ab Oktober 2007 Patienten nach schweren orthopädischen Operationen auf ihren Alltag beispielsweise mit einem künstlichen Gelenk vor. „Auch Patienten nach einer Wirbelsäulenoperation werden hier von den Experten der Ergo-, Physio- und physikalischen Therapie fit gemacht”, so Werner Neugebauer. Das großzügige Bewegungsbad von sechs mal zehn Metern Größe ist ein wichtiges Trainingsmodul. Es besitzt einen Hubboden und kann die Beckentiefe zwischen 30 und 130 Zentimetern variieren. Der Therapeut steht nicht länger am Beckenrand und schaut auf seine Patienten hinab. Im Trockengang neben dem Becken kann er seine Patienten bei ihren Übungen im Wasser auf Augenhöhe anleiten.
Der Hotelcharakter der Klinik zeigt sich nicht nur in der komfortablen Ausstattung der Einzelzimmer, sondern auch im eigenen Reha-Restaurant mit Service-Personal. „Viele Patienten werden noch nicht so mobil sein. Das Menü wird ihnen am Tisch serviert”, so Werner Neugebauer. Die rund 20 Quadratmeter großen Patientenzimmer bieten Platz für Bett, Einbauschrank, Schreibtisch, Flachbild-TV und kleine Leseecke. Teppichboden sowie helle Holz- und Flechtmöbel bereiten eine wohnliche Atmosphäre. Elegant wirkt auch das Bad mit anthrazitfarbenen Kacheln und (rutschfesten) Fliesen.
„Im Ruhrgebiet gibt es nur wenige Plätze in orthopädischen Reha-Kliniken. Mit etwa sechs Betten pro 10 000 Einwohner liegen wir unter dem Durchschnitt von bundesweit 23 Betten. Doch Wohnortnähe ist ein großes Plus für den Erfolg der Reha. Gerade ältere Menschen leiden neben ihrer orthopädischen Erkrankung an weiteren Erkrankungen der inneren Organe, an Diabetes oder Rheuma. Für sie ist eine ambulante Rehabilitation oft nicht möglich. Auch die psychische Belastung der Operation ist nicht zu unterschätzen. Ganzheitliche Therapien unter Einbindung von Sozialarbeitern und Psychologen helfen, dass der Patient später wieder aktiv im Leben steht”, betont Werner Neugebauer. Natürlich sei Gelsenkirchen kein Kurort, aber die attraktive Lage oberhalb des Berger Sees und die Anbindung der Klinikaußenanlagen an die Wald- und Parklandschaft rund um das Berger Schloss seien ein ideales Um-feld.
Ein Hubschrauberlandeplatz wird auf künftig im Außengelände für die Versorgung von Schwerstverletzten sichern. „Technische Innovationen beispielsweise bei der Beleuchtung der Landeflächen unterstützen den Piloten”, so Franz-Josef Feldhaus.