FAMILIENPOST
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Aktueller Monat: Mai 2012


MiR: Kinder helfen Cherubino

Riesenspaß bei der verflixten Sache mit der Liebe

Aufgepasst! An alle Eltern, Großeltern, Lehrer und an all diejenigen, die noch nicht wissen, was sie ihren lieben Kleinen in der Vorweihnachtszeit erbaulich Sinnvolles antun sollen. Vorschlag zum gemeinsamen Spaßhaben: Schaut euch doch im Kleinen Haus des Musiktheaters die neue Kinderoper „Cherubino mischt sich ein oder Die verflixte Sache mit der Liebe” an, gar nicht so frei nach Wolfgang Amadeus Mozarts berühmter Opernvorlage „Figaros Hochzeit”.

Garantiert ist eine Stunde beste Unterhaltung, in Szene gesetzt von dem bewährten Gelsenkirchener Autorenteam um Bettina Lell, Johann Casimir Eule und Askan Geisler, Bühnenbild und Kostüme Verena Hemmerlein, dramaturgisch begleitet von Wiebke Hetmanek. Was sind die Stärken von Bettina Lells kindgerechter Inszenierung, auf die Kinder als auch Erwachsene voll abfahren können. Sie bietet von Anfang bis Ende auf verschiedenen Ebenen Spielräume an, in die die Zuschauer, in erster Linie die Kinder natürlich, voll mit eingebunden werden. Das gilt fürs Zuschauen als auch fürs Mitmachen. Ständig ist etwas los im Raum, da wird gemeinsam mit Cherubino - immer eng angelehnt an das verflixte Thema Liebe mit all ihren Wonnen und Verwicklungen - gezaubert, gereimt, sich verkleidet, gelogen, gelitten und gelacht, selbst die Musiker sind da nicht ausgenommen. Locker flockig fliegt im Nu eine Stunde dahin.
Cherubino1Isabell Classen als Cherubino

Cherubino2Psst nicht verraten! (I. Classen und J. Martin)

Muss nicht kritisch hinterfragt werden, ob dabei Mozarts geniale Musik nicht irgendwo auf der Strecke bleibt, da nur benutzt, quasi für einen guten Zweck? Ein solch möglicher Einwand darf getrost verneint werden, denn Arrangeur Askan Geisler hat es geschickt verstanden, die ausgewählten Mozartschen Arien und Nummern inhaltlich zu integrieren und für das Ganze „passend zu machen”. Mit seinen 7 Kammermusikern aus der Neuen Philharmonie lässt er ein unverfälschtes Mozartsches Klangbild aufleuchten. Selbst Cherubinos Antrittsarie im Popformat wirkt nicht störend, im Gegenteil „es” passt einfach hinein. Das Wolferl im Kindesalter, wie der Cherubino selbst gerne ein Kobold, hätte an dieser Stelle sicher gerne mitgerockt und auch sonst beim Spiel mit der Liebe schelmisch mitgewirkt. In diesem Sinne steht Cherubino für Mozart, Mozart für Cherubino. Er ist die Identifikationsfigur für die Kinder, die den Zugang zu Mozart und somit auch zu seiner Musik herstellt. Ein toller Einfall der Regie!
Dass die Kinder sich voll mit Cherubino identifizieren können, ist in erster Linie Verdienst der wundervollen Isabell Classen. Wie sie singend, spielend, tanzend über die Bühne - besser gesagt - durch den Raum wirbelt, ist sehenswert. Inga Lisa Lehr als Susanna, Martina Hetzenauer als Gräfin Rosina, Roman Tsotsalas als Figaro und James Martin als Graf Almaviva können sängerisch und darstellerisch voll überzeugen. Sie alle legen ein lebendiges Zeugnis dafür ab, wie viel Spaß sie haben an einer Produktion, in der alles wohl gelöst ineinander greift, von der Inszenierung Bettina Lells, sie wurde nicht von ungefähr in diesem Jahr mit dem Gelsenkirchener Theaterpreis ausgezeichnet, über die musikalische Leitung Askan Geislers bis hin zur funktionalen und doch fantasiereichen Raumausstattung Verena Hemmerleins. Herrlich das Bild, wie sich die Spiegelwand des Schlosses in das Labyrinth des Zauberwalds öffnet.
Diese komische Oper für Kinder ist ein Musterbeispiel dafür, wie man kleine (und auch große ) Kinder didaktisch gekonnt an die Kunstform Oper heranführen kann.

hjk
Fotos: Majer-Finkes

Weitere Vorstellungen: 26./27./28./29./30. November 3./4./5./6./7./10./11./12./13./14./17./18./19./20./21. Dezember

Familienvorstellungen am 2./9. und 16. Dezember bis auf Restkarten bereits ausverkauft!

Für die Weihnachtsvorstellungen am 25. und 26. Dezember gibt es noch Karten!

Karten: 0209/ 4097 - 200