FAMILIENPOST
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Aktueller Monat: Mai 2012


Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen:

Jubiläum der Abteilung für Neoantologie und Kinderintensivmedizin

Frühgeborenenes„Der Umzug von der Westerholter Straße in den Klinikneubau an der Adenauerallee ist der Grund, warum die Kinderintensivstation erst in diesem Jahr ihr ‚25+1’-Jubiläum feiert”, erklärt Dr. Frank Niemann, Leiter der Abteilung für Neonatologie und Kinderintensivmedzin in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen: „’25+1’ passt auch deshalb gut, weil in der Geburtshilfe so das Reifealter eines Frühgeborenen angegeben wird - also 25 vollendete Schwangerschaftswochen und ein Tag.”






Rund 10 000 Säuglinge wurden seit 1982 intensivmedizinisch betreut. Es sind Winzlinge, manchmal gerade 1000 Gramm leicht und 30 Zentimeter ‚groß’ – sie haben einen schweren Start ins Leben. Manche von ihnen bleiben viele Wochen auf der Station und holen hier das nach, was ihnen im Mutterleib nicht möglich war – zu wachsen, zu reifen. „Wir helfenden Winzlingen mit dem richtigen Maß an Medizin-Technik und dem Vertrauen auf ihre Fähigkeit der Selbstregulation. Wir müssen ihnen diese Zeit geben. Mindestens so wichtig wie die medizinische Versorgung ist auch die emotionale Zuwendung und menschliche Wärme”, sagt Dr. Niemann. Die Prognose für die Kinder hat sich in letzten 20 Jahren erheblich verbessert. Für ihre innovativen pflegerischen Konzepte ist die Abteilung seit vielen Jahrzehnten bekannt.
Ein Team aus neun Ärzten und 38 Fachkrankenschwestern, von denen viele seit Anfang an dabei sind, hilft den Babies und ihren Eltern durch eine schwere Zeit. „Der intensive Kontakt zu den Eltern, ihre Einbindung in die Therapie und viele, viele einfühlsame Gespräche helfen in der Krise”, sagt Dr. Niemann. Von den insgesamt 18 Plätzen sind sechs so genannte Mutter-Kind-Einheiten (komfortable Einzelzimmer mit eigenem Bad). Hier proben die Familien das Leben zu Hause. Sie werden in der Pflege angeleitet, verlieren ihre Scheu und bekommen den Mut, es allein zu schaffen. Für die Nachsorge und weitere medizinisch-therapeutische Begleitung (Stichwort: Frühförderung) stehen dann die Experten des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) der Klinik bereit.

„Unsere apparative Ausstattung und personelle Besetzung erlaubt uns die Neugeborenen-Versorgung auf dem Niveau eines Perinatalzentrums. Damit bieten wir den Kindern und ihren Eltern die höchste Versorgungsstufe an”, sagt Klinikgeschäftsführer Werner Neugebauer. Für Gelsenkirchen, Bottrop und den Kreis Recklinghausen ist die Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen das vom Land Nordrhein-Westfalen anerkannte, einzige neonatologische Schwerpunktkrankenhaus. Für viele Geburtskliniken ohne eigene Kinderheilkunde ein guter Grund, mit Dr. Niemann und seinem Team zusammen zu arbeiten. Seit Mitte der 80er Jahre entstanden eine Reihe von Kooperationen mit zahlreichen Geburtskliniken: St. Elisabeth Hospital in Herten, das St. Barbara Hospital in Gladbeck, das Klinikum Vest mit seinen beiden Kliniken in Recklinghausen (Knappschaft) und Marl (Paracelsus) und die Evangelischen Kliniken in Gelsenkirchen. „Unser Neubau würde auch die Unterbringung einer Geburtsklinik erlauben. Die baulichen Voraussetzungen für vier Kreissäle und einen OP können direkt neben der Kinderintensivstation geschaffen werden. Ob an der Adenauerallee auch Kinder, insbesondere Risikogeburten zur Welt kommen, ist aber eine politische Entscheidung des Gesundheitswesens”, so Werner Neugebauer.

Am neuen Standort der Klinik, in direkter Nähe zum Akutkrankenhaus Bergmannsheil Buer, betreut die Kinderintensivstation vermehrt frisch operierte Kinder und Jugendliche. Insbesondere bei urologischen, allgemein-chirurgischen und orthopädischen Eingriffen profitiert der junge Patient von der altersgerechten Unterbringung und der Verzahnung der beiden Kliniken.
Anlässlich des Jubiläums seiner Abteilung hat Dr. Frank Niemann Geburtshelfer, Hebammen, Kinderärzte, Kinderkrankenschwestern und -pfleger am 15. Oktober 2008 nach Gelsenkirchen eingeladen: Fachvorträge und der Austausch der Berufsgruppen stehen auf dem Programm. „Wir alle sind uns der besonderen Verantwortung bewusst, den Frühgeborenen zur Seite zu stehen“, so der Intensivmediziner.


Hintergrundinformationen:

Nicht jede Schwangerschaft verläuft ohne Komplikationen. Fehlt dem Frühgeborenen die biologische Reife, sind die Organe oder Hirnstrukturen noch nicht ausgebildet, müssen von den Ärzten für Früh- und Neugeborenenmedizin (Neonatologen) intensivmedizinische Maßnahmen ergriffen werden, um langfristige Schädigungen zu verhindern oder zu mildern. Seit Ende der 80er Jahre hat die Medizintechnik verbesserte Beatmungsgeräte bereitgestellt, die den individuellen Atemrhythmus des Kindes unterstützen.

Zu den Frühgeburten zählen Kinder, die unterhalb der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. Die Probleme der Kinder können sein:

• Gehirnblutungen,
• Stoffwechselstörungen,
• Lungenfunktionsstörungen bei unreifer Lunge,
• eine unregelmäßige Atmung,
• Trinkstörungen
• Störungen der Temperaturregulation
• Neugeborenengelbsucht, wenn die Leber noch nicht reif ist sowie
• ein erhöhtes Infektionsrisiko, weil die Körperabwehr noch nicht voll ausgebildet ist.