|
|
Früh- und Neugeborenenmedizin sichert medizinische Versorgung in Geburtskliniken
Geburtskliniken, die werdenden Eltern eine kinderintensivmedizi-nische Betreuung ihres Neugeborenen anbieten können, haben Zulauf. Im Notfall ist die medizinische Versorgung des Kindes durch Ärzte der Früh- und Neugeborenenmedizin (Neonatologie) gesichert, werden Mutter und Kind nicht getrennt.
Dies galt auch für das Sankt Marien-Hospital Buer, in dem die Kinderklinik Gelsenkirchen sieben Jahre lang eine eigenständige Intensiveinheit mit zuletzt acht Betten als Dependance ihres Stammhauses an der Westerholter Straße unterhielt. Mit großem Erfolg – die Zahl der Geburten wuchs Dank des hochwertigen medizinischen Angebotes für die Neugeborenen überproportional. Ende März verlassen die Kinderärzte und Kinderkrankenschwestern die Geburtsklinik. Die Mitarbeiter kehren auf die Intensivstation der Kinderklinik zurück. „Die erfolgreiche Kooperation wurde vom Sankt Marien-Hospital Buer beendet - eine krankenhauspolitische Entscheidung, die wir bedauern”, kommentiert Werner Neugebauer, Geschäftsführer der Kinderklinik Gelsenkirchen die Entwicklung.
Eine Situation, die von zwei anderen Geburtskliniken genutzt wird. Ab April 2007 werden im St. Barbara Hospital in Gladbeck vier Intensivbetten für Früh- und kranke Neugeborene von der Kinderklinik Gelsenkirchen betreut. Der neue Chefarzt der Gynäkologie, Dr. Rudolf Gossen, schätzt die hohe Versorgungsqualität der Neonatologen – kennt er sie doch aus seiner langjährigen Tätigkeit als leitender Oberarzt im Sankt Marien-Hospital Buer. Auch die Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen zählen zu den neuen Partnern. „Hier werden wir unsere Präsenz weiter ausbauen und die Geburtsklinik unterstützen”, erklärt der leitende Neonatologe, Dr. Frank Niemann.
Damit die medizinische Versorgung von Neugeborenen auch in Geburtskliniken ohne eigene Kinderheilkunde gewährleistet ist, startete die Kinderklinik Gelsenkirchen seit Mitte der 80er Jahre Kooperationen mit zahlreichen Kliniken, darunter auch das St. Elisabeth-Hospital in Herten und das Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen. Die Kinderklinik Gelsenkirchen ist das einzige neonatologische Schwerpunktkrankenhaus für Gelsenkirchen, Bottrop und den Kreis Recklinghausen. Ihr Babynotarztwagen, der mit Spenden der Gelsenkirchener Bevölkerung und einer Stiftung finanziert wurde, ist mit jährlich rund 350 Fahrten seit 1998 im Einsatz. In diesem Jahr feiert die Intensivstation ihr 25-jähriges Jubiläum.
Hintergrundinformationen:
Zu den Frühgeburten zählen Kinder, die unterhalb der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, mit einem Geburtsgewicht ab 500 Gramm. Die Probleme der Kinder können sein: Gehirnblutungen, Stoffwechselstörungen, Lungenfunktionsstörungen bei unreifer Lunge, eine unregelmäßige Atmung, Neugeborenengelbsucht, wenn die Leber noch nicht reif ist sowie ein erhöhtes Infektionsrisiko, weil die Körperabwehr noch nicht voll ausgebildet ist. Hinzu kommen Trinkstörungen und Störungen der Temperaturregulation. „Wir helfen den Winzlingen mit dem richtigen Maß an Medizin-Technik und dem Vertrauen auf ihre Fähigkeit der Selbstregulation. Doch die Medizin ist nicht schneller als die Natur. Wir müssen den Leichtgewichten Zeit geben, zu reifen. Mindestens so wichtig wie die medizinische Versorgung ist auch die emotionale Zuwendung und menschliche Wärme”, so Dr. Niemann. Deshalb werden die Eltern in die Therapie integriert. Wohnliche Eltern-Kind-Zimmer machen es den Familien möglich, in dieser schwierigen Zeit beieinander zu bleiben. Die Eltern werden in die Pflege ihrer Winzlinge angeleitet. So verlieren sie die Scheu und schöpfen Mut und Zuversicht.
|
|