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Aktueller Monat: Mai 2012


Essener Straße

Fußläufigkeit umstritten

Erbarmungswürdig ist der derzeitige Zustand des fußläufigen Teils der Essener Straße. Nur wenige Passanten oder gar Kunden sind dort zu finden - und das Warenangebot wird immer geringer. Jetzt schließt auch noch Heim, die Post geht kurz oder lang weg und ob Kodi weitermachen wird, das ist auch mehr als fraglich.


Was soll mit diesem Teil der Essener Straße geschehen? Die dort ansässigen Kaufleute fordernd vehement eine Öffnung der Straße für den Fahrzeugverkehr als Einbahnstraße. Dann würden auch wieder mehr Kunde in die Geschäfte kommen – hoffen sie. Immobilien-Experten bezeichnen die Fußläufigkeit als riesengroßes Hemmnis für eine Vermietung der vielen freistehenden Ladenlokale.

Die Politik will über eine Öffnung des Straßenabschnitts erst dann ernsthaft nachdenken, wenn die Kaufmannschaft begleitende Maßnahmen ergreift. Als Beispiele seien nur gemeinsame Aktionen und Events, Schaufenstergestaltung, Schaufensterbeleuchtung, angeglichene Öffnungszeiten etc. genannt. „Die Kaufleute jammern und fordern, unternehmen selbst aber nichts, um die dortige Situation nicht noch dramatischer werden zu lassen“, wird aus Richtung Politik kritisiert. Der Stadtverordnete Ralf Lehmann findet, dass sich die wirtschaftliche Situation auch auf Horst auswirkt. Dies schlage sich in dem fußläufigen Bereich besonders drastisch nieder.

„Wir brauchen eine kleine Buchhandlung, eine Geschäft für junge Mode, für Computer und Unterhaltungsmedien. Und diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen“, erklärt Bezirkbürgermeister Joachim Gill, der findet, dass durch solche Geschäfte das Straßenstück wieder nachhaltig belebt würde. Er ist für eine Öffnung der Straße – wenn begleitende Maßnahmen seitens der Kaufmannschaft flankierend greifen. Außerdem müsse der Erhalt der Außengastronomie sichergestellt sei, erklärt Gill weiter.

Udo Gerlach, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung, regt die intensive Suche nach einem „Frequenzbringer“ an, der die Kunden zur Essener Straße zieht. Wenn dies nicht durch die Zusammenlegung vorhandener Verkaufsflächen zu erreichen sei, so Gerlach, müsse man über einen Abriss von Häusern oder über die Ansiedlung auf benachbarten Freiflächen (beispielsweise an der Marferdingstraße) nachdenken.

In Sachen Öffnung der Straße kommt erschwerend hinzu, dass Umbaumaßnahmen wie der Einbau von taktilen Leitlinien für Sehbehinderte, notwendig sind – was richtig ins Geld gehen dürfte.

Die Werbegemeinschaft Horst bereitet derzeit eine Aktion vor, im deren Rahmen Passanten in Horst-Mitte über ihre Meinung zu der Problematik befragt und um Verbesserungsvorschläge gebeten werden sollen. Diese soll in Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Horst über die Bühne gehen.