„Das klagende Lied” beim Mahler-Zyklus mit den Bochumer Symphonikern am 4. April
Die Bochumer Symphoniker haben sich insbesondere unter ihrem Generalmusikdirektor Steven Sloane zu einem Orchester von internationalem Rang entwickelt. Nach der überwältigenden Aufführung von Mahlers 3. Sinfonie im Februar stellt Sloane nun am Freitag, 4. April 2008 um 20 Uhr im Alfried Krupp Saal mit seinem Orchester eine andere bedeutende Facette des Mahlerschen Œuvres vor: Die fünf Rückert-Lieder basieren – ebenso wie die berühmten „Kindertotenlieder” – auf Gedichten Friedrich Rückerts, der Gustav Mahler immer wieder zu meisterhaften Verschmelzungen von Poesie und Musik inspirierte.
Mahlers „Rückert-Lieder” sind nicht im eigentlichen Sinne ein Liederzyklus: Ein Lied etwa fängt den Zauber des Sommers ein, ein anderes ist ein einfaches Liebeslied, das Mahler seiner Frau Alma gewidmet hat. Nach Mahlers eigenen Worten gehört dieses Opus zu seinen persönlichsten Schöpfungen. Das Lied „Blicke mir nicht in die Augen” etwa sei für ihn „so charakteristisch, als ob er es selbst gedichtet”. Der Philharmonische Chor Bochum, zwei ungarische Chöre und die hervorragenden Solisten Julia Borchert (Sopran), Lioba Braun (Mezzosopran), Tilmann Unger (Tenor) und Thomas J. Mayer (Bass) bringen diese eindringlichen Lieder mit bewegender Klarheit zur Geltung und widmen sich auch dem 90. Psalm für Chor, Orgel und Glocken von Charles Ives, der den Mittelteil des Konzertabends bildet. Ives schrieb diese Vertonungen von Psalmen aus dem Alten Testament für die Gottesdienste im Rahmen seiner Tätigkeit als Organist in verschiedenen Kirchen New Yorks, sozusagen als Ausgleich zu seinem regulären Job als Versicherungskaufmann. Zum Abschluss erklingt eine weitere Mahler-Komposition: „Das klagende Lied” ist eine Märchen-Kantate, die auf Erzählungen Ludwig Bechsteins und der Gebrüder Grimm zurückgeht. Im Zentrum der Geschichte steht die Macht der Musik, die sich über den Tod hinaus Gehör verschafft, um Unrecht zu bestrafen.
Karten (Preise (€): 52,- / 40,- / 28,- / 16,- / 9,- zzgl. VVK-Gebühr) und weitere Informationen unter Tel. 0180/59 59 598 (0,14 €/Min.), Tel. 0201/8122-200 und www.philharmonie-essen.de