FAMILIENPOST
ONLINE

Aktueller Monat: Mai 2012


Essen

Erneute Demonstration gegen Atompolitik von RWE

Am Donnerstag, den 11.12. wird es in Essen heißen: "RWE die Gelbe Karte zeigen - keine Atomreaktoren auf unsicherem Boden!” Ab 9.00 Uhr wollen sich Demonstranten vor der RWE-Zentrale, Opernplatz 1, in Essen mit Bannern, Schildern und Großplakatwänden zeigen.

Trotz Ausstiegsbeschlüssen im eigenen Land treibt RWE seine Atompolitik im Ausland weiter. Offenbar hofft man hierdurch den Fortgang der Atomwirtschaft nicht zu verpassen, denn hinter der vorgehaltenen Hand setzt man auf eine Trendwende im Falle neuer bundespolitischer Wahlergebnisse. Daß dies Umweltschutzverbände und zunehmend auch Parteien nicht hinnehmen wollen, zeigt die wachsende Unterstützung in den Protestaktionen.
Sie wollen den am Donnerstag sich versammelnden Mitgliedern des RWE-Aufsichtsrats die Gelbe Karte zeigen, mit ihrer Aufforderung diese gegen einen Beschluß für das Atom-Projekt im bulgarischen Belene gewinnen. Dort sollen nämlich zwei Atomreaktoren russischen Designs in einem Erdbebengebiet errichtet werden. Den vorfahrenden Aufsichtsratsmitgliedern werden große Säcke mit Gelben Karten überreicht, die bundesweit über 17.000 Menschen unterzeichnet haben (http://www.campact.de/atom2/sn4/signer).
Entlang der Zufahrtsstraßen zur RWE-Zentrale werden die eintreffenden Aufsichtsratsmitglieder zudem von angemieteten Großplakatwänden aus aufgefordert, den Rückzug aus dem Risiko-Projekt Belene zu beschließen. Die Proteste entfalteten schon bei der letzten Sondersitzung des Aufsichtsrat im November erste Wirkung: Auf Drängen der Kommunal- und Arbeitnehmervertreter vertagte das Gremium die Entscheidung, ob das Unternehmen 1,3 Milliarden Euro Eigenkapital in das Atomprojekt investiert. Die Aktion wird von der Umweltorganisation Urgewald, dem Online-Netzwerk Campact, Greenpeace, der Essener Attac-Gruppe, sowie der Heim-statt Tschernobyl organisiert. Die Veranstalter hoffen auf rege Unterstützung der Bevölkerung. Alle Veranstalter arbeiten gewaltlos durch Aufklärung und symbolische Präsenz. "Jeder Bürger hat es in der Hand, RWE die rote Karte zu zeigen, denn nie war es einfacher den Stromanbieter zu wechseln und damit RWE bei der Umgehung demokratischer Beschlüsse zum Atomausstieg zu hindern. Der Verbraucher kann so bequem seinen politischen Willen in Handlung umsetzen." betont ein Mitarbeiter der mitwirkenden Gruppen. Durch die bisherigen Aktivitäten von Urgewald und Campact konnten bisher mehrere Entscheidungen politisch beeinflusst werden.
(w.)