FAMILIENPOST
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Aktueller Monat: Mai 2012


Vorzeigeprojekt in Horst:

Caritas hilft Schulen und
Familien auf kurzem Weg

Oftmals fühlen Lehrer sich erschöpft und sind am Ende; kommen nicht mit dem Unterricht weiter, können die Lerninhalte nicht vermitteln. Der Grund dafür sind Schüler, die ohne soziale Normen aufgewachsen sind und durch Fehlverhalten den Unterricht stören. Lehrer an Grundschulen müssen ihnen statt Schulwissen gesellschaftliche Werte beibringen, die sie zuhause nicht lernen.

Schulgespraech
Gespräch der SPD-Politiker in der Grundschule am Horster Schloss.

Viele Eltern nehmen diese Probleme mit ihren Kindern gar nicht war oder ignorieren sie. Zudem befinden sich immer mehr Familien in einer „Schieflagen“. Pädagogen dienen oftmals als Ansprechpartner für alle Probleme des Elternhauses mit ihren Kindern und auch für die mannigfaltigsten Probleme in den Familien, Ehen oder Beziehungen. Die allermeisten Pädagogen sind damit jedoch überfordert.
Daher wurde vor fünf Jahren mit großer Freude ein Projekt des Caritasverbandes begrüßt, in dem sich zwei Sozialpädagogen um die Kinder auf Horster Grundschulen und auch um deren Familien kümmern. Ruth Gerdes und Gerd Per haben allein im vergangenen Jahr 152 SchülerInnen und 189 Familien beraten.

Sie gehen auf aktuelle gesellschaftliche Bedingungen ein und lösen sich von der traditionellen Arbeitsweise einer Erziehungsberatungsstelle. Üblich ist es, dass Familien mit Problemen die Erziehungsberatungsstellen aufsuchen, doch damit werden nicht alle Familien erreicht.. In Horst geht man auf die Familien zu und unterstützt sie langfristig, wobei man dabei eng – immer im Auftrag und mit Absprache mit den Eltern - mit dem Jugendamt und anderen Experten zusammenarbeitet. Ruth Gerdes: „Wir arbeiten offen und ehrlich mit den Eltern zusammen. Allerdings manchmal auch mit sanftem Druck, denn schließlich geht es um das Wohl der Kinder.“

Allerdings helfen die Pädagogen nicht nur den Eltern und Kindern, sondern stehen auch Lehrern bei, beraten sie bei den vielfältigsten Problematiken.
Zwar sind die Zahlen über die Erfolge des Projektes zufrieden stellend, doch sind sie wahrscheinlich bloß die Spitze des Eisberges. Ein eindrückliches Indiz dafür ist die Tatsache, dass immer mehr Schuleingangskinder keine Schulreife besitzen. Um das Projekt in ganz Gelsenkirchen zu starten fehlen der Caritas jedoch die Mittel.

Insgesamt hat sich das Projekt als positiv herausgestellt, denn es ist eine Veränderung, u.a. in den Problemfeldern Gewaltprävention und Integration sichtbar geworden.

Über die Arbeit der Caritas in Horst informierten sich SPD Mitglieder aus dem Sozialausschuss, dem Jugendhilfeausschuss und dem Ausschuss für Bildung. Dessen Mitglied Barbara Filthaus: „Wir arbeiten an einem Verbund für die Lösung der vielfältigen Probleme. Familienzentren und Ganztagsschulen sind wichtige Schritte in die richtige Richtung. Das Caritas-Projekt ist für ganz Gelsenkirchen beispielgebend. Es holt die Menschen vor Ort ab und kann kurzfristig intervenieren“.
Alicia Ludwiczak