FAMILIENPOST
ONLINE

Aktueller Monat: Mai 2012


Kinderoper nach G. Rossini im Musiktheater:

„Kaimakan und Pappatatschi oder Piraten fluchen nicht”

Ab 25. November darf im „Kleinen Haus” des Musiktheaters nach Piratenart geflucht werden, dass sich auf der Bühne die Schiffsplanken des Seeräuberschiffes „Santa Cecilia” unter kräftiger Beteiligung der Kinder nur so biegen werden.

Kaimakan und PappatatschiVon links nach rechts: Verena Hemmerlein (Bühnen- und Kostümbildnerin), Wiebke Hetmanek (Dramaturgin), Bettina Lell (Regisseurin), Askan Geisler (Dirigent).

Ab 25. November, 16.00 Uhr treibt der Klabautermann, insgesamt 27 Mal in Folge, sein Unwesen. In Erstaufführung bringt das MiR die Kinderoper „Kaimakan und Pappatatschi” des jungen Autorenteams Casimir Eule, Wiebke Hetmanek und der musikalischen Leitung von Kapellmeister Askan Geisler – wieder einmal nach der Musik von Gioacchino Rossini - heraus.
Grund zum Fluchen hat in erster Linie der berüchtigte Piratenkönig Funny Bone, auf dessen Familie seit nunmehr 500 Jahren ein Fluch liegt, den ihm sein Ur – Ur – Großvater eingebrockt hat. Da will es der Zufall, dass die schöne Isabella in Begleitung ihres Onkels Taddeo - auf der Suche nach ihrem verschollenen Geliebten Lindoro - an Bord des Piratenschiffs gerät, wo dieser als Sklave gefangen gehalten wird. Der eitle Funny Bone möchte Isabella am liebsten auf der Stelle heiraten. Um als Gentleman der feinen Dame den Hof machen zu können, muss er, der außer Fluchen nichts gelernt hat, nun erstmal feinere Manieren annehmen. Taddeo gelingt es, den selbst ernannten Piratenkönig von seinen Heiratsabsichten abzulenken, um die Flucht vorzubereiten. Dazu bedarf es zweier Prüfungen: Kaimakan und Pappatatschi. Was es mit diesen Prüfungen auf sich hat und ob die Flucht gelingt, wird nicht verraten. Eins ist sicher, Funny Bone hat es besonders schwer, weil er nicht fluchen darf.
Die Handlung (Inszenierung Bettina Lell) lehnt sich locker an Rossinis erfolgreiche Erstlingsoper „L’Italiana in Algeri” an, wird aber an Bord der Santa Cecilia (Bühnenbild und Kostüme Verena Hemmerlein) ins Piratenmilieu verlegt. Die Musik Rossinis, schon einmal im „Kleinen Barbier“ gelungen, ist bei einer Aufführungslänge von ca. 1 Stunde auf das Wesentliche gekürzt. Die für eine Oper typischen Gesangsnummern - es singen 5 Solisten, Yvonne Berg, Frank Blees, Thorsten Francke und Guido Weber, - wechseln mit kindgerechten Dialogen ab, die den Handlungsablauf mit viel Aktion und Witz vorantreiben. Auf Rezitative wurde bewusst verzichtet, dafür wurde der Text völlig neu gestaltet, das Orchester reduziert sich auf die Kammerbesetzung von insgesamt 6 Instrumenten.
Für die Kinder, die als Piraten verkleidet das Kleine Haus „entern“ dürfen, wird die Seeräubergeschichte hoffentlich ein Riesenspaß werden, dürfen sie doch das Geschehen durch Mitspielaktionen mitgestalten. Den Verantwortlichen der Kinderoper ist es wichtig, dass das junge Publikum in altersgerechter Weise behutsam an die Musikform Oper herangeführt wird. Ob man die Kinder heute noch mit einem solchen Stück erreichen kann, und dann noch mit einer Oper mit Musik aus dem 19. Jahrhundert? Und ob! Rossinis Musik bleibt zeitlos spannend und geht gerade Kindern leicht ins Ohr. Davon jedenfalls sind die jungen Theatermacher überzeugt.

Karten-Hotline (0209) 4097-200

hjk