Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft wehrt sich gegen Vorwürfe von Udo Bayer
In der Familienpost vom 26.10.2006 wirft Udo Bayer, Karnaper Ratsherr und Sprecher des Essener Bürgerbündnisses (EBB) der EWG – Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH unter anderem vor, nicht in die Krise des Glasherstellers RKL – Ruhr Kristall Glas AG in Karnap eingegriffen zu haben um die dortigen Arbeitsplätze zu erhalten. Zu dieser Aussage hat die EWG gegenüber der Familienpost schriftlich Stellung genommen.
Nach Ansicht des ESSENER BÜRGER BÜNDNIS hat die Essener Wirtschaftsförderung (EWG) bei Ruhr Kristall versagt. „Durch eine fehlerhafte Firmenpolitik der letzten Jahre wurden die 1923 von Hugo Stinnes gegründeten Glaswerke Ruhr in den Konkurs gefahren und weder Oberbürgermeister noch die Stadtverwaltung sagen ein Wort dazu”, so Udo Bayer, Karnaper Ratsherr und Sprecher des EBB im Rat der Stadt Essen. Udo Bayers Aussage ist laut EWG haltlos und wird von der EWG wie folgt kommentiert:
„Die relevanten Akteure (z. B. Insolvenzverwalter, Betriebsrat, Hausbank, Vorbesitzer u. a.) können mitteilen, dass die EWG seit Jahren, präzise seit 10.12.2001, intensiv daran gearbeitet hat, dass die Geschäftstätigkeit der RKL fortgeführt wurde. Unter anderem unterstützte die Wirtschaftsförderung die im März 2003 vollzogene Übernahme des bereits vorher schwächelnden Unternehmens durch eine Gruppe deutscher Investoren durch Kontaktanbahnung zu ortsansässigen Kreditinstituten, von denen eine die Hausbankenfunktion übernommen hat, sowie die Vermittlung einer Bürgschaft des Landes NRW.
Auch bei den nachfolgenden Ereignissen, insbesondere nach Anmeldung der Insolvenz im Dezember 2005 haben mehrere, umfangreiche Gespräche mit beteiligten Kaufinteressenten (rund 30 Finanz- und Branchenakteure interessierten sich für die Übernahme wesentlicher Teile der RKL), Insolvenzverwalter, Betriebsrat, Kreditinstituten, Gläubigern u. a. stattgefunden. Höhepunkt dieser Aktivitäten war ein Spitzengespräch unter Beteiligung von Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers und Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger, das am 5.1.2006 stattfand.
Die EWG – Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH ist im Rahmen ihrer Aktivitäten bei Unternehmensschieflagen besonders an die Erfordernis der Diskretion gebunden. Insbesondere ist es in den meisten Fällen zu vermeiden, dass Wettbewerber oder Zulieferer zu früh von Schwierigkeiten erfahren. Auch potentielle Investoren wollen nicht im Vorfeld bekannt werden. Dies sollte jedoch nicht mit Untätigkeit gleichgesetzt werden.”
Soweit die Stellungnahme der EWG zu dem Bericht in der FAMILIENPOST. Sicherlich treffen bei der oben geschilderten Sachlage Udo Bayers Vorwürfe, die EWG sei in Sachen RKL untätig geblieben, auf keinen Fall zu. Doch hat Udo Bayer mit seinem Vorwurf, die EWG hat bei Ruhr Kristall versagt, nicht unrecht. Denn wenn die Essener Wirtschaftsförderung erfolgreich gewesen wäre, dann wäre der Ofen heute bei der Ruhr Kristall Glas AG nicht aus und die Mitarbeiter ständen nicht auf der Straße.
Folglich ist die EWG umso mehr in der Pflicht, die von Udo Bayer geforderten Konzepte für eine alternative Nutzung des Geländes umgehend zu entwickeln, damit der Verlust der Arbeitsplätze so gut wie möglich aufgefangen werden kann. Alternativ könnte die EWG das seit über 30 Monaten im Bau befindliche Gewerbegebiet „Carnaperhof” endlich fertigstellen und mit lukrativen Angeboten für eine zügige Vermarktung sorgen. So ließen sich in relativ kurzer Zeit neue Arbeitsplätze in Karnap schaffen.